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Mobbing & Burnout >> Mobbing >> Betroffene
Was tun bei Mobbing?
Es gibt unterschiedliche Bewältigungsformen von Mobbing für die Betroffenen. Sie reichen von aktiver direkter Auseinandersetzung mit den Mobbing-Täter/innen über Einschaltung der betrieblichen Interessenvertretung bis hin zu resignativem Aushalten von Mobbing-Attacken und Schikanen. Weitgehende Übereinstimmung besteht sowohl in Fach- als auch in der Ratgeberliteratur darin, sich in Mobbingprozessen rechtzeitig und sehr entschieden zur Wehr zu setzen. Die besten Chancen zu einer Konfliktregulierung liegen in der Anfangsphase. Je weiter ein Mobbingprozess vorangeschritten ist, desto schwieriger wird es, diesen Prozess zu unterbrechen bzw. aufzuhalten.
Die Alltagspraxis mit Mobbingfällen zeigt immer wieder, dass jeder Mobbingkonflikt anders gelagert ist, weshalb es auch keine Patentrezepte im Umgang mit Mobbing gibt. Die folgenden an der Praxis ausgerichteten Handlungsanleitungen wollen eine erste Orientierung und Hilfestellung geben:
| Situation analysieren | Schon bei den ersten Anzeichen, die Mobbing vermuten lassen, ist es ratsam, etwas zu unternehmen. Betroffene sollten versuchen, mit "kühlem Kopf" an die Sache heranzugehen und keinesfalls eine "hilflose Opferrolle" annehmen. Der erste Schritt ist eine genaue Situationsanalyse (Was passiert hier eigentlich?) mit einer selbstkritischen Prüfung (Wo leiste ich vielleicht Mobbing Vorschub?). Welche möglichen Motive haben die Kontrahenten für ihr Tun? Über welchen Einfluss verfügen sie im Betrieb, wo liegen ihre möglichen Stärken und Schwächen? |
| Persönliche Grenzen setzen und Handlungsschritte planen |
Um aus dem "üblen Spiel" Mobbing auszusteigen, geht es zu allererst darum, für sich selber klare Grenzen zu ziehen und konsequent eigene Ziele zu formulieren, um nicht länger "Spielball" der anderen zu sein. Es gilt, Ohnmachtsgefühle zu überwinden und unfruchtbares zermürbendes Grübeln über die "Bösartigkeit" der Täter zu stoppen. Das verschleißt nur Kräfte, die Mobbingbetroffene dafür brauchen, sich aktiv, gezielt und frühzeitig zur Wehr zu setzen. Im zweiten Schritt geht es darum, einen sorgfältigen Zeit- und Aktionsplan zu erstellen:
Die Gegenwehr muss mehrgleisig und immer auf die ganz konkrete betriebliche Situation abgestellt werden: unmittelbares Eingreifen bei Unverschämtheiten und Grenzüberschreitungen, Konfliktgespräch mit Gegenpartei, Gespräch mit Interessenvertretung, Beschwerde bei Vorgesetzten etc.). In vereinzelten Fällten helfen auch passive Bewältigungsformen wie "Ignorieren der Situation", "Konzentration auf die Arbeit", "Meidung der Mobber", "Meidung von Mobbingsituationen". Diese passive Form der Abwehr wird von Mobbingbetroffenen im Nachhinein abgelehnt, sie würden sich rückblickend frühzeitiger und massiver zur Wehr setzen (Mobbing-Report, BAuA 2003). |
| Mobbing dokumentieren | Um "Beweise" zu sichern und sich nicht durch pauschale Mobbingvorwürfe ins Hintertreffen zu setzen, empfiehlt es sich, Mobbingvorfälle genau nach Beteiligten, Sachverhalt, Datum und Uhrzeit zu protokollieren. Dies hilft nicht nur, einen klaren Kopf zu bewahren, sondern ist äußerst nützlich für die eigene Argumentation bei Konfliktgesprächen und Beschwerdeverfahren. (Mobbing-Tagebuch) |
| Mit Konfliktgegnern und -gegnerinnen sprechen |
Obwohl es schwierig ist, sollten Betroffene dennoch versuchen, zumindest in der Anfangsphase von Mobbing ein klärendes Gespräch zu führen. Dieses "Konfliktgespräch" sollte angekündigt und sorgfältig vorbereitet sein:
Empirischen Daten zufolge ist dieser Weg der Gegenwehr nicht immer erfolgreich. Klärungsversuche werden abgewehrt bzw. ignoriert. Deshalb ist es wichtig, weitere inner- und außerbetriebliche Unterstützung zu suchen und einzufordern. Aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe der Mobbingsituation zu entkommen, ist eher die Seltenheit. Vielfach gelingt dies auch nur durch objektive Veränderungen der Arbeitsplatzsituation, durch arbeitsorganisatorische Trennung der Konfliktpartien, durch klare Machtworte und Weisungen des Führungspersonals, durch entschiedene Unterstützung der betrieblichen Interessenvertretungen. |
| Betriebliche Hilfe und Beratung einfordern |
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| Unterstützung im Kollegenkreis suchen | Hilfreich ist eine "kritische Unterstützung", um die eigene Rolle im "Zusammenspiel" wahrzunehmen und mögliche Angriffsflächen zu verringern. Nicht um die "Schuldfrage" sollte es gehen, sondern wie man mit kollegialer Unterstützung Wege aus der Krise finden kann. Eine solidarische kritische Begleitung kann dabei helfen, neue Verhaltens- und Reaktionsformen zu entwickeln und praktisch zu erproben. |
| Mit Vorgesetzten sprechen | Je nach Situation empfiehlt es sich, das persönliche Gespräch mit Vorgesetzten zu suchen. Auf dieses Gespräch sollte man sich gut vorbereiten, um gezielt und genau konkrete Vorkommnisse zu benennen und verallgemeinernden Vorwürfe zu vermeiden. |
| Soziale und rechtliche Unterstützung sichern |
Mobbing hinterlässt deutliche psychische und physische Spuren, geht an die Substanz und schwächt die Gegenkräfte. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, sich persönlich zu stabilisieren und sich soziale, emotionale und moralische Unterstützung zu holen:
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| Mobbing-Telefon nutzen | Allgemeine Informationen bieten Mobbing-Telefone (z. B. ver.di) an. Betroffene erhalten erste Hilfestellung (Gespräch), Auskunft über Literatur zum Thema, Adressen von Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Rechtsanwälten. |
| Beratungsstellen kontaktieren | Für eine persönliche und begleitende Mobbingberatung sind Beratungsstellen (teilweise kommerziell) zu empfehlen, die zumeist nicht nur individualtherapeutische Hilfe geben, sondern einen systemischen Ansatz praktizieren. Gemeinsam mit den Betroffenen wird die Situation am Arbeitsplatz analysiert, um dann entsprechende Vorgehensschritte zu erarbeiten und zu begleiten. |
| Therapeutische/ medizinische Hilfe und Beratung einholen | Mobbing kann krank machen. Betroffene sollten im Bedarfsfall unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Inzwischen erkennt die Medizin zunehmend Zusammenhänge zwischen Arbeitswelt und psychosomatischen Erkrankungen an. Zur Stabilisierung und Stärkung des psychischen Wohlbefindens und der Widerstandskraft ist in vielen Fällen auch psychologische bzw. therapeutische Unterstützung empfehlenswert. |
| Rechtsberatung/ Rechtsschutz einschalten | Mobbing wird zu einem arbeitsrechtlichen Problem, wenn fragwürdige arbeitsrechtliche Verstöße erfolgen und arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht werden. In diesen Fällen ist es dringend geboten, sich an den Betriebs-/Personalrat zu wenden und/oder sich Rechtsschutz bei Gewerkschaften einzuholen bzw. Rechtsanwälte einzuschalten. |
| Kommunikations- und Konfliktkompetenz verbessern | Seminare und Kurse zu Mobbing, zu Kommunikationsverhalten und Stärkung der Konfliktfähigkeit können dazu beitragen, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und das eigene Durchsetzungsvermögen zu verbessern, um in der schwierigen Mobbingsituation besser reagieren zu können. |
| Gezielte Entspannung und Ablenkung suchen | Ein Merkmal bei Mobbing ist, dass die Betroffenen kaum noch abschalten und entspannen können und ihre Gedanken ständig um die Probleme am Arbeitsplatz kreisen. Da die ständige Grübelei die Betroffenen noch zusätzlich schwächt, ist es außerordentlich wichtig, sich ganz bewusst und gezielt abzulenken und zu entspannen. Entspannungstechniken, Sport, etwas unternehmen, das Spaß und Freude macht, auch wenn man sich dazu "zwingen" muss. |
Mobbing & Burnout
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