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Mobbing & Burnout >> Burnout >> Betroffene

Was kann man für sich selbst tun?

Folgende Anregungen wollen dazu beitragen, Burnout vorzubeugen und zu überwinden. Haben die Symptome die Warnstufe überschritten, so ist dringend medizinische/therapeutische Hilfe geboten.

Wenn man sich nur noch erschöpft, leer, kaputt, sonderbar gereizt und unfähig fühlt, können das Warnsignale von Burnout sein. (Burnout-Selbsttest) Diese Alarmzeichen sollten nicht zu noch größerem Arbeitseinsatz anspornen, sondern als Warnsignale ernst genommen werden. Das bedeutet, sich ernsthaft mit der Frage auseinander zu setzen: Was geschieht, warum geschieht es und welche Konsequenzen sind hieraus zu ziehen? Was belastet mich am Arbeitsplatz, welche eigenen Bedürfnisse und Ziele werden vernachlässigt, welche beruflichen Vorstellungen sind unrealistisch, welche Denkmuster sind falsch und setzen mich unter Druck? Wie gewinne ich an Autonomie und individueller Freiheit?

Bei der Arbeit auch an sich denken
Engagement über den Arbeitstag hinaus lässt nicht nur das Privatleben verkümmern, auf Dauer nagt es auch an Arbeitskraft, Effizienz und Arbeitsfreude. Arbeitstempo und Zeitdruck – Hauptfaktoren für Stress in unserer Arbeitswelt – kann man sich zwar kaum entziehen. Dennoch sollte jeder sein persönliches Arbeitstempo auf ein realistisches Ziel hin überprüfen und regulieren. Überengagement sollte heruntergeschraubt werden, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung herzustellen.

Perfektionismus ade ...
"Zeitmanager" weisen immer wieder darauf hin, dass Zeitdruck und Stress entstehen, weil auch eher unwichtige Arbeiten mit hundertprozentigem Einsatz und hundertprozentiger Perfektion erledigt werden. Die Kunst ist, sich die Zeit zu nehmen, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und sich von dem gefährlichen Perfektionismus zu verabschieden. Zeitmanagement ist Selbstmanagement!

Nein sagen – zu sich und anderen
Wem es schwer fällt, sich und anderen Grenzen zu setzen (am Arbeitsplatz und zu Hause), dem geht irgendwann einmal die Puste aus. Nicht alle Arbeiten müssen sofort oder selbst erledigt, nicht alle Wünsche anderer umgehend erfüllt werden. Für sich selbst zu sorgen bedeutet nicht, egoistisch oder unkollegial zu sein, sondern in kluger Voraussicht zu handeln, um die eigenen Ressourcen nicht zu verschleißen.

Überhöhte Erwartungen zurückschrauben
Überhöhte - berufliche und private - Erwartungen halten vielfach der Realität nicht stand und werden von der Wirklichkeit "eingeholt". Wenn die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu groß ist, kommt es zu Stress. Werden die Erwartungen und Wünsche auf ein realistisches Maß zurückgeschraubt, entlastet dies alle Beteiligten und schafft individuelle Freiräume.

Mit anderen sprechen – sich nicht zurückziehen
Wer in einer Burnout-Krise steckt, neigt dazu, sich von Kollegen und Freunden zurückzuziehen. Das ist gefährlich und kann die Krise verstärken. Mit anderen zu sprechen ist "überlebensnotwendig". Der andere Blickwinkel kann dabei helfen, Dinge zu relativieren und im rechten Licht zu sehen.

Für Entspannung und Ablenkung sorgen
Als burnoutgefährdeter Mensch muss man seine Arbeitswut gezielt durchbrechen und sich zu Muße und Faulsein überreden. Dazu gehört, brachliegende persönliche Interessen wieder zu beleben, verschüttete Bedürfnisse aufzudecken, soziale Kontakte auszubauen und wieder zu genießen. Entspannung ist das physiologische Signal für Entwarnung an den Körper, Entspannung hat zudem die Funktion der Selbstwahrnehmung. Wer sich spürt, der erkennt, was der Körper braucht – ein guter Schutz gegen Burnout. Entspannung kann durch gezielte Übungen „erlernt“ werden, aber auch durch jede Form von Bewegung erreicht werden. Leistungsdenken und Ehrgeiz haben bei Entspannung nichts zu suchen!

Ein gesünderes "bewegtes" Leben führen
Um die Kraftreserven wieder aufzufüllen, braucht der Organismus neben ausreichendem Schlaf und „gesundem Essen“ auch körperliche Aktivitäten. Gefragt und hilfreich sind hier weniger die riskanten Sportarten, sondern eine regelmäßige körperliche Bewegung. Der tägliche Spaziergang, die Gartenarbeit, das Schwimmen und Radfahren tun nicht nur dem Körper gut, sondern machen auch Kopf und Seele frei. Genussmittel helfen nicht in Burnoutkrisen, eine gesunde Ernährung ist jedoch Ausdruck dafür, seinem Körper und sich selbst mehr Achtsamkeit zu schenken und sensibel zu sein für eigene Bedürfnisse. Diese Fähigkeiten, die bei Burnout in Vergessenheit geraten sind, gilt es wieder zu beleben.

Medizinische und therapeutische Hilfe annehmen
Wer bereits psychosomatisch reagiert, also in einem fortgeschrittenen Stadium "ausgebrannt" ist, sollte dringend einen Arzt konsultieren bzw. psychologische Hilfe annehmen. Wichtig ist, sich klar zu machen, dass Stress, Überforderung und Erschöpfung die Ursachen von Burnout sind und nicht alleiniges persönliches "Verschulden". Mit professioneller Hilfe gelingt es eher, aus dem Burnout-Kreislauf auszubrechen. Bei entsprechender ärztlicher Diagnose übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung. Bei den jeweiligen Krankenkassen sind auch Adressen von Therapeuten erhältlich.

Die beste Burnoutprävention: Für Balance sorgen
Work Life Balance ist die Zauberformel der Gegenwart: Politik, Unternehmen, Gewerkschaften, Betriebe sind bestrebt, Lebens- und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass sich Arbeit und Leben in einer guten Balance befinden. Doch es geht um mehr: Die Grundlage einer sinnvollen Prävention von Burnout ist die Balance zwischen Arbeit, Freizeit, Beziehungen und individuellen Wünschen und Bedürfnissen. Eine stabile Basis dafür, diese Bereiche miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen ist, in sich hinein zu hören und die innere Achtsamkeit zu stärken.

Burnoutkrisen können überwunden werden. Es gibt Chancen der Erholung und Gesundung, es gibt Chancen auf ein Umlernen und Weiterleben! Wichtige Leitsätze im Umgang mit Burnout:
“Burnout ist heilbar!“ und „Ab jetzt bin ich mir wichtig!“ (Kypta 2006)

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