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Mobbing

Was können Gleichstellungsbeauftragte tun?

Gleichstellungsbeauftragte sind aus zwei Gründen potentielle Ansprechpartner/innen in Mobbing-Fällen:

Zum Einen sind geschlechtsspezifische Diskriminierungen nach wie vor tief verankert im Arbeitsalltag der Menschen. Dies beginnt bei sexuellen Belästigungen und geht weiter über geringere Aufstiegschancen von Frauen und Barrieren für Personen, die sich für Kinderbetreuung und Pflege engagieren.

Zum Anderen sind Gleichstellungsbeauftragte häufig zuständig für das Themengebiet Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Leben und damit an Prozessen beteiligt, die ganz deutlich auf die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und auch des Betriebsklimas abzielen. Hiermit sind sie wichtige Akteur/innen in Prozessen, die präventiv gegen Mobbing wirken können und sollen.

Für Gleichstellungsbeauftragte gibt es insbesondere folgende Überlegungen und Handlungsempfehlungen:

  • Daten zur Arbeitssituation erheben
    Um gegen Mobbingstrukturen präventiv vorzugehen, kommt es darauf an, dass  Gleichstellungsbeauftragte ganz gezielt Probleme in der konkreten Arbeitssituation von Frauen und Männern erfassen und Lösungen erarbeiten. Akzente müssen hierbei sowohl auf Probleme der Führung, der kollegialen Beziehungen und der Arbeitsorganisation gesetzt werden.
  • Das Konzept der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken
    Immer wieder berichten allein erziehende Mobbingbetroffene, dass sich Mobbinghandlungen an der Teilzeitbeschäftigung und an festen Terminen und Ausfall-Zeiten zur Versorgung und Betreuung von Kindern festmachen. Sie werden angefeindet mit Vorwürfen wie "man müsse ihre Arbeit mit erledigen", "dauernd sei etwas mit den Kindern" usw. Gleichstellungsbeauftragte können sich hier für eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf stark machen, um derartigen Anfeindungen und Diskriminierungen für Mütter und Väter den Wind aus den Segeln zu nehmen. Gemeinsam mit Interessenvertretung und Personalverantwortlichen können positive Lösungen für alle Beteiligten entwickelt werden, die nicht nur Mobbing entgegenwirken, sondern gleichzeitig das Image eines familienfreundlichen Betriebes stärken.
  • Weiterbildung von Frauen ausbauen
    Noch immer rangieren Frauen in den untersten Berufspositionen und ihre relative "Ohnmacht" am Arbeitsplatz spielt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle bei Mobbing. Hierarchisch reglementierte Arbeitsabläufe und geringe Verantwortungsbereiche produzieren ein Klima, das Mobbing begünstigt. Dabei werden eigene negative Arbeitserfahrungen nach der berühmten Hackordnung an "Schwächere" – vor allem Personen auf der gleichen oder einer niederen Hierarchieebene – weitergegeben.  Gleichstellungsbeauftragte können durch fachliche Weiterbildungsförderung dazu beitragen, die Arbeit von Frauen inhaltlich anzureichern und so für eine stärkere Arbeitszufriedenheit sorgen.
  • Frauen in Führungspositionen verhelfen
    Mobbing erfolgt vorwiegend von "oben nach unten", also von Machtpositionen aus, in denen Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Neueren Studien zufolge praktizieren Frauen i.d.R. einen Führungsstil, der mehr auf Kooperation als auf Konfrontation setzt und Teamarbeit und Mitverantwortung fördert, einen Führungsstil also, der mobbingpräventiv wirkt. Gleichstellungsbeauftragte können durch ihren Gleichstellungsauftrag dabei mithelfen, dass dieser kooperative Führungsstil "Schule" macht.
  • Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer unterstützen
    Die Wiedereingliederung im Beruf nach einer Familienpause kann Probleme aufwerfen. Wenn nicht alles gleich reibungslos funktioniert, können sich Sündenbockpositionen und Abwehrhaltungen einstellen. Hier sind solidarische Unterstützung und Hilfestellung von Gleichstellungsbeauftragten gefragt, damit Konflikte und Spannungen nicht in Mobbing eskalieren. Sicherlich tragen neuere familienfreundliche Orientierungen in Arbeitswelt und Gesellschaft dazu bei, dass Kinderbetreuungszeiten für Frauen und zunehmend auch für Männer keinen Anlass zu diskriminierendem Verhalten am Arbeitsplatz mehr bieten.
  • Mobbing- und Konfliktberatung anbieten
    Gleichstellungsbeauftragte sollten in Kooperation mit der Interessenvertretung und den Arbeitsschutzverantwortlichen daran offensiv mitwirken, dass Anlaufstellen für Mobbing, Burnout und sexuelle Belästigung eingerichtet und bekannt gemacht werden. Sie sollten sich bei der Geschäftsleitung dafür stark machen, dass im Rahmen des Gesundheitsschutzes wirksame Gegenmaßnahmen initiiert und durchgesetzt werden.

 

Mobbing & Burnout

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