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Aufgaben und Handlungsansätze

Die Akteure des Arbeitsschutzes sind im wesentlichen die Mitglieder des betrieblichen Arbeitsschutzausschusses nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG).

Der Arbeitgeber ist nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) aufgerufen, Maßnahmen für eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit zu treffen. Zentrale rechtliche Vorschrift hierfür sind die §§ 3 - 5 des ArbSchG. Dabei bezieht sich die Gefahrenbekämpfung im Betrieb nicht nur auf technisch bedingte Gefährdungen, sondern auch auf Gefahren, die aus organisatorischen Mängeln und psychosozialen Belastungen resultieren.

Der Arbeitgeber muss nach § 5 ArbSchG eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen vornehmen und Gefährdungen ermitteln und beurteilen – auch psychische Fehlbelastungen. Er muss psychische Fehlbelastungen abstellen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um Mobbing und Burnout am Arbeitsplatz zu verhindern.

Das Arbeitsschutzgesetz zwingt also zu Mobbing- und Burnout-Prävention! Hier können und sollten die Arbeitsschutzakteure in Kooperation mit Betriebs- und Personalräten initiativ und aktiv werden. So können auf Initiative von Arbeitsschutzverantwortlichen In Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung Dienst- bzw. Betriebsvereinbarungen für partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz als ein wichtiges Signal der Mobbing- und Burnoutprävention abgeschlossen werden.

Diese präventive Zusammenarbeit im Gesundheitsschutz – auch unter Beteiligung der Beschäftigten –, liegt im wirtschaftlichen Eigeninteresse der Betriebe, denn fehlende oder unzureichende Mobbing- und Burnout-Prävention kommt die Betriebe teuer zu stehen.

Um dieses wichtige Ziel im betrieblichen Arbeitsschutz zu erreichen, ist es unabdingbar, sich über die Arbeitsweltphänomene Mobbing und Burnout zu informieren und zu qualifizieren, um Mobbing- und Burnoutenwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig handeln zu können.

Folgende Handlungsfelder empfehlen sich zur Mobbing- und Burnoutprävention:

  • Sich durch Schulungen sachkundig machen und qualifizieren
    Damit die Vorschriften und Verantwortlichkeiten des modernen betrieblichen Arbeitsschutzes in ein integriertes und kooperatives Arbeitsschutzmanagement umgesetzt werden, bedarf es der Qualifizierung der Arbeitsschutzverantwortlichen. Die Berufsgenossenschaften offerieren den Unternehmen Beratungs- und Schulungsangebote an, um Mobbing noch vor dem Entstehen zu verhindern. Wird Beratung gewünscht, so sind die zuständigen Berufsgenossenschaften die Ansprechpartner.
  • Mobbing- und Burnout-Strukturen erfassen und Gefährdungen ermitteln und beurteilen
    Der Arbeitsschutzausschuss kann die Thematik als Tagesordnungspunkt auf der nächsten Sitzung behandeln und das weitere Vorgehen besprechen. Eine Zusammenarbeit mit der betrieblichen Interessenvertretung ist unbedingt empfehlenswert. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, Experten zur Sitzung (Gewerkschaften, Berufsgenossenschaften) einzuladen.
    • Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 ArbSchG (Gefährdungsbeurteilung)
      Folgende Institutionen bieten umfassende Informationen, Fragebögen und Checklisten an, die die Arbeitsschutzverantwortlichen bei der Ermittlung und Redzierung von psychischen Belastungen – also auch Mobbing und Burnout – unterstützen:
    • Mitarbeiter-Befragungen
      Befragungen – unter strikter Wahrung der Anonymität – stellen das wichtigste Erhebungsinstrument dar. Mit Hilfe außerbetrieblicher Experten lässt sich gezielt herausfinden, ob akute Mobbing- bzw. Burnoutfälle im Betrieb vorliegen und ob präventive Maßnahmen angesagt sind. Aufgliederungen des Befragungsdesigns liefern ein genaueres Bild darüber, ob bestimmte Beschäftigtengruppen, Abteilungen usw. besonders betroffen und gefährdet sind. Notwendige Voraussetzungen für verwertbare Befragungsergebnisse sind: Akzeptanz der Befragten gegenüber der Befragungsaktion, d.h. Ziel und Sinn müssen, im Rahmen einer langfristig angelegten Aktion, verständlich gemacht und von den Befragten mit getragen werden und die Anonymität muss (glaubwürdig!) garantiert sein.

      Die Unterstützung von externen Experten ist hier sehr hilfreich, denn die problemangemessene Entwicklung, Durchführung und Auswertung einer betrieblichen Befragung ist wesentlich schwieriger als es auf den ersten Blick erscheint. Dringend davon abzuraten ist, die Befragung "einfach so aus der Hand heraus" nur mit eigenen Ressourcen durchzuführen. Eine derartige Befragung sollte nur durchgeführt werden, um allererste vage Anhaltspunkte zu gewinnen. Zur genaueren Ermittlung psychischer Belastungen stehen den Arbeitswissenschaftlern eine Reihe unterschiedlicher wissenschaftlich anerkannter Verfahren zur Verfügung, über die man sich über die BAuA (siehe oben) informieren kann.
  • Bildung eines Arbeitskreises Gesundheit (Mobbing/Burnout)
    Der Arbeitsschutzausschuss kann gemeinsam mit Vertretern der Unternehmensleitung, der Personalabteilung, des Sozialdienstes o. Ä. einen Arbeitskreis bilden, der sich dieses Thema als Arbeitsauftrag nimmt, um Untersuchungen in die Wege zu leiten und Maßnahmen zu entwickeln. Hilfreich ist es hierbei, sich für die Arbeit einen Moderator einer Krankenkasse zur Unterstützung zu holen.

Mobbing & Burnout

ver.di Bildungswerk Hessen e. V.
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt
Fon: 069/25 69-19 04
ver.di Hessen

 

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