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Mobbing & Burnout >> Mobbing >> Betriebsräte / Personalräte

Was man im Vorfeld gegen Mobbing tun kann

Die Existenz von Mobbing wird in den Betrieben und Verwaltungen inzwischen nicht mehr angezweifelt. Vielmehr ist es ein Verdienst von Betriebs- und Personalräte und anderen Interessenvertretungen, sich bereits frühzeitig mit Mobbingkonflikten befasst zu haben. Gestärkt wurde die Arbeit der Interessenvertretung sicherlich durch die richtungsweisenden Grundsatzurteile des LAG Thüringen, die die Präventionsbereitschaft der Arbeitgeber intensiviert hat.

Wichtige Voraussetzung für die Mobbing-Prävention der Arbeitnehmervertretung sind nach wie vor:

  • Mobbing stellt große Anforderungen an Betriebs- und Personalräte: Sie brauchen rechtliche Kenntnisse, starke Motivation, jede Menge Sozial- und Beratungskompetenz – und vor allem finanzielle und zeitliche Freiräume! Mobbing kann dann erfolgreich bekämpft und vermieden werden, wenn sich alle im Betrieb engagieren und sich verantwortlich fühlen. Mobbing-Prävention ist eine Gemeinschaftsaufgabe!
  • Mobbing passiert nicht von heute auf morgen, sondern hat immer eine lange Vorgeschichte: Konflikte verhärten sich, eine Lösung wird immer unwahrscheinlicher. Bevor es dazu kommt, sollten Betriebs- und Personalräte "die Gefahr riechen" und dem gestörten Betriebsklima entgegenwirken. Das gelingt jedoch nur, wenn sie engen Kontakt mit der Belegschaft halten und so Stimmungen am Arbeitsplatz frühzeitig mitbekommen.

Zur Prävention von Mobbingstrukturen haben Betriebs- und Personalräte eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten:

Stimmung am Arbeitsplatz erforschen
Befragungen zum Betriebsklima, anonyme "Mecker- oder Kummerkästen", Arbeitsplatzbegehungen und Sprechstunden sind geeignete Mittel, um die Stimmung im Betrieb zu erkunden und sich Informationen über Arbeitsbedingungen zu beschaffen.

Mobbing zum Thema machen
Es muss nicht immer erst etwas passiert sein, bevor man aufklärt und informiert. So kann Mobbing in Betriebs- und Personalversammlungen, am Schwarzen Brett, in der Betriebszeitung und in Infoblättern zum Thema gemacht werden. In Monatsgesprächen kann die Geschäftsleitung für das Thema sensibilisiert werden.

Konflikt- und Mobbing-Ansprechstellen einrichten
Schreibt eine Betriebs-/Dienstvereinbarung feste Regeln vor, wie innerbetriebliche Konflikte reguliert werden – mit Konfliktbeauftragten und -moderatoren als Ansprechpartner –, so setzt das Signale und beugt Mobbing vor. Auch ohne dieses Regelwerk sollte eine vertrauenswürdige Person für Konfliktbereinigung benannt werden, die auch für sexuelle Belästigung zuständig ist.

Qualifizierung und Schulungen anregen
Der Betriebsrat kann eine innerbetriebliche Weiterbildung zur Vermeidung von Mobbing vorschlagen, in denen sich die Beschäftigten mit Themen wie Kommunikation, Konfliktregulierung, Stressbewältigung und Zeitmanagement auseinander setzen. Sind innerbetriebliche Bildungsmaßnahmen nicht möglich, so können Betriebs- und Personalräte über Bildungsurlaube informieren, entsprechende Seminare empfehlen und die Beschäftigten bei Freistellungsproblemen mit dem Arbeitgeber unterstützen.

Gesundheitsschutz aktiv und engagiert betreiben
Betriebs- und Personalräte tragen Mitverantwortung dafür, dass der betriebliche Gesundheitsschutz eingehalten und gefördert wird. Im Zuge von Rationalisierung und Umstrukturierung bleibt der Gesundheitsschutz leider allzu oft auf der Strecke oder wird gar als minder wichtig erachtet. Das geht auf Kosten der Beschäftigten. Die Interessenvertretung kann Maßnahmen beantragen, die den Gesundheitsschutz und die Arbeitssituation verbessern. Ein Erfolg versprechendes Instrument hierzu sind Gesundheitszirkel, da die Beschäftigten die Schwachstellen und Probleme an ihrem Arbeitsplatz am besten kennen und praktikable Vorstellungen beisteuern können, wie dem abgeholfen werden kann.

Betriebs-/Dienstvereinbarungen abschließen und kontrollieren
Betriebs- und Dienstvereinbarungen (Uni Mainz, VW Wolfsburg) zu Mobbing setzen eindeutige Zeichen für den partnerschaftlichen Umgang am Arbeitsplatz. Um Widerstände und Ablehnung von vornherein zu entkräften, sind auch Vereinbarungen zur partnerschaftlichen Konfliktregulierung (Eckpunkte einer BV "Konfliktbewältigung") ratsam. Damit eine tragfähige Vereinbarung zustande kommt, sollte sie der Betriebs- bzw. Personalrat in Kooperation mit anderen Personalverantwortlichen und mit der Belegschaft vorbereiten und diskutieren.

Rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen
Fündig werden kann man im Betriebsverfassungsgesetz, im Hessischen Personalvertretungsgesetz (HPVG), im Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG) und im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). (Wie hilft das Arbeitsrecht?)

Mobbing & Burnout

ver.di Bildungswerk Hessen e. V.
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Fon: 069/25 69-19 04
ver.di Hessen

 

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