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Mobbing & Burnout >> Mobbing >> Infos rund um Mobbing

Wie verläuft und welche Folgen hat Mobbing?

Mobbing macht krank und Mobbing kostet Geld. Die negativen Auswirkungen tragen sowohl die Betroffenen als auch die Betriebe und die Volkswirtschaft. Für den Betrieb entstehen Kosten durch Fehlzeiten, höhere Fluktuationsraten, geringere Produktivität und Qualitätseinbußen. Die Volkswirtschaft belasten Kosten durch Erkrankungen, Psychotherapien, Klinik- und Kuraufenthalte und Arbeitsunfähigkeitsrenten. Für die Betroffenen bedeutet Mobbing eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeits- und Lebensqualität.

Mobbing ist ein dynamischer Prozess und vollzieht sich in Phasen. In einem typischen Mobbingverlauf spitzt sich die Situation zu, der Konflikt eskaliert - mit erheblichen Folgen für die Betroffenen und den Betrieb. Ein starres "Täter-Opfer"-Schema gibt es dabei nicht.

  • Bei Mobbing handelt es sich um einen emotionsgeladenen Konflikt, bei dem beide Parteien mitwirken. Mobbing verfügt über eine Konfliktdynamik, bei der sich beide Seiten durch ihr Verhalten wechselseitig beeinflussen. Kritisch und charakteristisch bei Mobbing ist, dass sich das Kräfteverhältnis dramatisch zu Ungunsten der einen Seite verändert. Diese Situation können Mobbingbetroffene kaum noch aus eigenen Kräften, sondern nur mit fremder Hilfe bewältigen. Eine erfolgversprechende Intervention muss diese Wechselseitigkeit reflektieren, um den Prozess wirksam zu unterbrechen bzw. zu beenden.
  • Nicht alle "Opfer" sind und fühlen sich hilflos und ausgeliefert, sondern sehr wohl in der Lage, Mobbingprozessen entschieden entgegenzutreten.
Das Vier-Phasen-Modell

Die Suche nach dem Sündenbock (wenige Tage bis wenige Monate nach Beginn)
Die ersten Mobbinghandlungen sind wenig spektakulär und damit in ihrer Absicht kaum zu beweisen. Verhalten, Einstellungen und Merkmale dienen als Begründung dafür, dass jemand nicht in die Gruppe passt, "Probleme" bereitet, unfähig und unkollegial ist. Wehren sich die Betroffenen, verstärken sie ihre "Außenseiterrolle" und kommen in den Ruf, "übersensibel" zu sein. Es entwickelt sich zunehmend ein Klima der offenen und unterschwelligen Feindseligkeit, das geringe Chancen bietet, ein klärendes Gespräch zu führen. Diese gezielte Strategie der Verunsicherung und Zermürbung schwächt die Widerstandskraft der Betroffenen, die zunehmend in eine unterlegene Position geraten.
Die Folgen:
Das feindselige Arbeitsklima bewirkt bei den Betroffenen ein wachsendes Gefühl von Stress mit körperlichen und seelischen Belastungen: Nervosität und Angespanntheit, allgemeines Unwohlsein, Kopf- und Spannungsschmerzen, Konzentrationsprobleme, Herzrhythmus- und Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit mit depressiven Verstimmungen nehmen zu. Das kann zu Arbeitsfehlern, reduzierter Motivation, Reizbarkeit und geringerer Belastbarkeit führen. Schuld- und Versagensgefühle tragen dazu bei, dass Mobbingbetroffene sich immer weniger auf die Arbeit konzentrieren können. Weitere Konflikte sind somit programmiert.

Die Suche nach Verbündeten (ca. ½ Jahr bis ein Jahr nach Beginn)
In der zweiten Phase verdichten sich die Angriffe zu gezielten und systematischen Schikanen. Der ursprüngliche Konflikt ist vergessen, es geht zunehmend nur noch darum, den oder die Andere zu verletzen und zu drangsalieren. In diesem Stadium suchen sich Mobbing-Akteure vielfach "Verbündete" zur Stärkung und Rechtfertigung ihrer Position. Das etablierte Feindbild erhält zunehmend "Bestätigung" von allen Seiten.
Die Folgen:
Ständiger Druck mit aufkommenden Angstzuständen verstärkt die psychosomatischen Reaktionen und stört in wachsendem Maße das seelische Gleichgewicht. Die Betroffenen werden "dünnhäutiger" und/oder reizbarer, zeigen ihrerseits aggressive Verhaltensweisen und scheinen hierdurch weitere Übergriffe zu "rechtfertigen".

Die Eskalation (ca. 1 bis 2 Jahre nach Beginn)
Der Mobbingkonflikt spitzt sich zu und eskaliert. An dieser Eskalation mit gegenseitigen Schuldzuweisungen können beide Seiten beteiligt sein. In diesem Stadium kommt es häufig zu Abmahnungen, Versetzungs- und Kündigungsandrohungen. Häufige und langdauernde Krankschreibungen verschlimmern die Situation am Arbeitsplatz, erhöhen bei den Betroffenen vielfach Schuldgefühle und Versagensängste. Gleichzeitig können Gefühle der Ausweglosigkeit, aber auch der Wut und Aggression entstehen, was Dynamik und Bearbeitung des Konflikts außerordentlich verschärft.
Die Folgen:
Anhaltende Angstzustände und Gefühle der Ohnmacht und Ausweglosigkeit verstärken die körperlichen und seelischen Beschwerden. Die Belastungen am Arbeitsplatz dominieren auch das Privatleben. Abschalten ist nicht mehr möglich, die Betroffenen zermürben sich in permanentem Grübeln. Sie können sich kaum noch zur Wehr setzen.

Die Stigmatisierung ist perfekt (ca. 2 bis 4 Jahren nach Beginn)
Soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung sind nahezu perfekt. Langfristige und wiederkehrende krankheitsbedingte Fehlzeiten erschweren die Bewältigung des Berufsalltags. Es kann zur Kündigung, zur Eigenkündigung bzw. Frühverrentung kommen.
Die Folgen:
Die ausgeprägten psychosomatischen Beschwerden können zu chronischen Erkrankungen und Zusammenbrüchen führen. In manchen Fällen sollen Alkohol und Tabletten die Beschwerden lindern. Panikattacken und Depression mit zwanghaftem Verhalten können auftreten und bis zur sozialen Isolation und zum sozialen Abstieg führen.

Mobbing & Burnout

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