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Was können Gleichstellungsbeauftragte tun?

Burnoutsignale bei Frauen (und bei Männern) wahrnehmen
Burnout trifft Frauen und Männer gleichermaßen. Dennoch tragen Frauen ein ungleich höheres Burnoutrisiko als Männer. Dieses höhere Risiko ist eindeutig auf eine immer noch wirksame "weibliche" Sozialisation zurückzuführen. Obwohl insbesondere in der Arbeitswelt oft geleugnet, gibt es den "kleinen Unterschied" in Sozialisation und Berufswelt immer noch, der bei Burnout eine Rolle spielt: Frauen stehen auch heute noch unter dem Druck, sich "beweisen" und "bewähren" zu müssen. Zwar sind die beruflichen Chancen von Frauen erheblich gestiegen (eine Frau ist Bundeskanzlerin!), gestiegen ist aber auch das Burnoutrisiko. Frauen stellen hohe berufliche und persönliche Ansprüche an sich und scheinen an mehreren "Fronten" zu kämpfen: sie wollen die Berufsarbeit perfekt bewältigen, sich gleichzeitig als "Frau" beweisen und gute Mütter und Partnerinnen sein. Gefühle des Ausgebranntseins, die sich aus dieser "Mehrfachaufgabe" ergeben, passen nicht ins Bild und werden heruntergespielt. Frauen scheinen ein großes Talent zu haben, über große Zeiträume "über ihre Grenzen zu gehen", sei es aus Überfürsorglichkeit, aus Perfektionismus, auch aus einer Art Unterlegenheitsgefühl. So müssen ständig Höchstleistungen erbracht werden, sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben! So werden Burnoutsymptome manchmal eher von sensiblen "Außenstehenden" als von den Betroffenen selbst registriert, die diese Symptome eher als Zeichen der Schwäche als Warnsignale interpretieren.

Sprechstunden einrichten und Gesprächsangebote formulieren
Gleichstellungsbeauftragte sollten einen Blick entwickeln und ein offenes Ohr haben für stark belastete Kolleginnen und Kollegen. Es gibt eine Reihe von Hinweisen im Verhalten und in der Arbeit, die dafür sprechen, dass jemand außerordentlich beansprucht ist und möglicherweise Hilfe und Unterstützung benötigt. Gleichstellungsbeauftragte können auf die Betroffenen zugehen und (vertrauliche) Gespräche anbieten. In diesen sensiblen Gesprächen geht es darum, offen über die Arbeitssituation zu sprechen und dabei auf "Zwischentöne" zu achten, die Burnoutsymptome andeuten. Diese Gespräche erfordern ein hohes Maß an Behutsamkeit und Taktgefühl, da hier äußerst sensible Bereiche berührt werden. Gemeinsam können dann in diesen Gesprächen auch Lösungswege entwickelt und geplant werden.

Zur Anerkennung von Leistungen von Frauen (und Männern) beitragen
Anerkennung für berufliche Arbeit und Leistungen sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, Burnout vorzubeugen bzw. zu unterbrechen. Potentielle Ausbrenner und Ausbrennerinnen brauchen Bestätigung und Lob. Frauen fällt es tendenziell schwerer als Männer, ihre Leistungen als ihre Erfolge herauszustellen, stolz darauf zu sein und Anerkennung zu verlangen. Vorenthaltene Anerkennung führt auf Dauer zu Frustrationen und Unzufriedenheit und kann Burnoutsymptomen Vorschub leisten. Wenn sich Frauenbeauftragte auch dafür zuständig fühlen, Leistungen und Erfolge von Frauen öffentlich zu machen, können sie Frauen darin bestärken, ihre Arbeit positiv zu bewerten und auch Anerkennung einzufordern.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorantreiben
Die beste Burnoutprävention ist ein wohl ausbalanciertes Gleichgewicht zwischen Beruf und Familie. Familienbewusste Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und in zunehmendem Maße Mitarbeitern familienfreundliche Arbeitszeiten anbieten, handeln nicht nur im wirtschaftlichen Eigeninteresse: sie kommen auch ihrer gesetzlich verankerten Gesundheitsschutzverantwortung nach: zufriedene Mütter und Väter danken es ihnen mit niedrigen Burnoutrisiken. Gleichstellungsbeauftragte haben hier ein wichtiges Handlungsfeld, in dem sie gemeinsam mit der Interessenvertretung wesentlich dazu beitragen können, Burnoutgefährdungen im Betrieb abzuwehren.

Kooperation mit Interessenvertretung und Arbeitsschutzverantwortlichen
Die besten Resultate bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, beim betrieblichen Arbeitsschutz und der Gesundheitsförderung werden dann erzielt, wenn alle Beteiligten im Betrieb zusammen arbeiten: Gleichstellungsbeauftragte können hier bei der Behandlung der Thematik wertvolle Hinweise auf Burnoutfaktoren geben, die auf geschlechtsspezifischen Differenzen basieren.

Mobbing & Burnout

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